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Update: EUR 44 Freigrenze: Prepaidkarten/Gutscheine

- weitere Einschränkungen mit neuem BMF-Schreiben erwartet - 

Auch Gutscheine und Prepaid-Karten an Arbeitnehmer können als begünstigte Sachbezüge unter die EUR 44 Freigrenze fallen. Bei Sachbezügen bis zu EUR 44 fallen keine Steuern und Sozialbeiträge an. So wurden u.a. Prepaid-Karten von den begünstigten Arbeitnehmern weitgehend ohne Einschränkungen zur Zahlung eingesetzt.

Nach dem Entwurf für ein Schreiben des Bundesministerium der Finanzen (BMF) soll ab dem 1. Januar 2020 u.a. nur noch ein begrenzter Kreis von Akzeptanzstellen im Inland zulässig sein:

-       Begünstigte Gutscheine/Prepaidkarten sollen nur noch zum Einkauf bei einem bestimmten Einzelhändler berechtigen, wie zum Beispiel einem bestimmten Warenhaus oder Internethändler.

-       Die Karten/Gutscheine dürfen nur in Deutschland akzeptiert werden.

-       Begünstigte Gutscheine und Geldkarten dürfen Arbeitgeber nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ausgeben. Eine Gehaltsumwandlung ist nicht möglich.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang folgendes:

-       Die Ausnutzung der EUR 44-Freigrenze bei Sachbezügen für zusätzliche Gutscheine/Prepaid-Karten ist für Arbeitgeber im Zweifel mit erheblichen Haftungsrisiken verbunden. Kleinste Sachbezüge, die neben den Gutscheinen (meistens unerkannt) gewährt werden, können bei Prüfungen zur Steuer- und SV-Pflicht der gesamten Zuwendungen führen. Bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen können die Auswirkungen dramatisch sein, wenn dabei insgesamt die monatliche Entgeltgrenze von EUR 450 überschritten wird.

-       Arbeitgeber sollten im Rahmen der Lohnsteueranmeldungen sowohl das Betriebsstätten-Finanzamt als auch die Sozialversicherungsträger entweder vor Übermittlung oder spätestens gleichzeitig mit der Übermittlung der relevanten Daten für ihre Arbeitnehmer in einem formlosen Schreiben darauf hinweisen, dass das Unternehmen Sachbezugskarten verwendet und so die Begünstigung nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG oder § 37b EStG nutzt. Bei bereits ohne diese erläuternden Ausführungen vorgenommenen Lohnsteueranmeldungen empfiehlt es sich, das jeweilige Betriebsstätten-Finanzamt sowie die Sozialversicherungsträger umgehend entsprechend zu informieren.

Insgesamt erscheint bei der verschärften Rechtslage die Ausnutzung der EUR 44-Freigrenze für Arbeitgeber wegen der damit verbundenen Risiken problematisch. Die lohnsteuerliche bzw. sozialversicherungsrechtliche Behandlung bei Gutscheinen, Prepaid-Karten und ähnlichen Zuwendungen sollte jedenfalls umgehend überprüft werden, um diese gegebenenfalls zu korrigieren.

Für Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Björn Christian Gerow

Steuerberater

Fachberater IStR

b.c.gerow@egsz.de

 

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